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Lithiumabbau bald schon umweltschonend in Deutschland?

Lithium ist in nahezu jedem Akku von E-Rollern und E-Autos verbaut. Dabei wird der Abbau des Rohstoffs oft heftig diskutiert. Aber wie schlecht ist der Lithiumabbau wirklich und welche Alternativen gibt es? Ist ein Lithiumabbau vielleicht sogar schon bald in Deutschland möglich?
Kumpan Elektroroller Akku elektrisch
Wird Lithium nur für Batterien von Elektrofahrzeugen benötigt?

Was viele nicht wissen ist, dass Akkugartengeräte, Laptops, Handys und Tablets einen weitaus höheren Lithiumbedarf, als Elektrofahrzeuge haben. Also Dinge, die jeder von uns ganz selbstverständlich nutzt. Aber auch in der Glas- und Keramikindustrie sowie in der chemischen Industrie ist der Rohstoff ein wichtiger Bestandteil.
Der Grund warum Lithium für Smartphones und auch für den Einsatz in E-Rollern perfekt geeignet ist, liegt an den besonders hohen Spannungen, die Lithium erzielen kann. Zudem ist es extrem leicht.

 

Wo kommt das Lithium her?

Aber wo kommt das Lithium überhaupt her? Chile verfügt mit ca. 8 Mio. Tonnen Lithium über das größte Vorkommen, gefolgt von Australien (2,7 Mio. t) und Argentinien (2 Mio. t). Erstaunlich ist daher, dass Australien mit rund 51.000 Tonnen der führende Lithiumexporteur der Welt ist. Chile exportiert im Vergleich gerade einmal 16.000 Tonnen. Während das Lithium in Australien aus Erzbergwerken stammt, wird es in Chile aus Salzwüsten, den Salaren, gewonnen.

Berechtigte Kritik am Lithium-Abbau aus den Salaren?

Die negative Kritik des Lithium-Abbaus bezieht sich fast ausschließlich auf die Gewinnung aus den Salaren. Diese Art ist aufgrund des hohen Wasserverbrauchs stark umstritten. Aber warum genau ist das so? Das lithiumhaltige Salzwasser wird mit speziellen Geräten aus unterirdischen Seen an die Oberfläche gebracht, wo es in großen Becken verdunstet. Es bleibt eine Salzlösung, die weiterverarbeitet wird, bis verwendbares Lithium entsteht. Das hochgepumpte Wasser ist so salzig, dass es nicht als Trinkwasser oder für die Landwirtschaft nutzbar wäre. Dennoch beobachten Einheimische (meist kleine indigene Völker, die in direkter Nähe zu den Salaren leben) eine zunehmende Trockenheit, die sich negativ auf ihre Viehzucht auswirkt.
Auch wenn es nicht zu einer direkten Verschwendung von Trinkwasser kommt, sind sich Experten uneinig, ob und in welchem Ausmaß das Abpumpen des Salzwassers zu einem Nachströmen von nutzbarem Grundwasser führt.
Auch die offene ⁠Verdunstung⁠ des Wassers in den Becken könnte ein Grund für Trockenheit in diesen Gebieten sein. Dieses Thema ist wenig erforscht und es gibt kaum unabhängige Studien über die Wassermenge, die während des Verdunstungsprozesses verbraucht wird. Dennoch oder besonders deswegen ist es wichtig, dass weiterhin an Verfahren gearbeitet wird, die das Wasser auffangen und als Trinkwasser aufbereiten.

 

Lithiumabbau bald umweltschonend in Deutschland?

Die Probleme rund um das Lithium – ob weite Lieferwege oder umweltschädliche Abbaumethoden, könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Denn im Oberrheintal wurde unterirdisch Lithium gefunden. Damit könnte man die gesamt deutsche Elektromobilität versorgen. Mit einem neuen Verfahren möchte das Unternehmen Vulcan Energie den Rohstoff aus dem Boden holen. Dieses Verfahren benötigt keine zusätzliche Energie und ist somit klimaneutral.
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Zusammenfassung:

Der Großteil des Lithiums kommt derzeit aus Australien und somit nicht aus den kritisierten Salzseen. Außerdem wird die Kritik meist in Verbindung mit E-Mobilität gebracht, obwohl die Herstellung von Mobilgeräten deutlich mehr Lithium benötigt. Es ist wichtig, dass man weiterhin an Techniken arbeitet, die das Grundwasser schützen und das verdunstete Wasser auffangen und aufbereiten, damit dieses Wasser der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden kann.
Die beste Nachricht zum Schluss: Ab 2025 soll eine Lithiumgewinnung auch in Deutschland möglich sein. Mit dem dort gewonnen Lithium könnte die gesamte deutsche E-Mobilität sicher und klimaneutral versorgt werden.

 

 

 

 

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